Start
> Molas und die indigenen Kuna  |
|
|
| Molas
und die indigenen Kuna |
|
Die
meisten Kuna leben heute an der Nordostküste Panamas und auf
den vorgelagerten Inseln zwischen dem Golf von San Blas und dem Cap
Tiburón. Sie gehören sprachlich zur Familie der Chibcha-Völker.
Die Chibchas waren einstmals Träger einer hochentwickelten Kultur
im nordwestlichen Südamerika.
Die Kuna bilden eine geschlossene ethnische Einheit und haben ihre
Eigenständigkeit weitgehend bewahrt.
Bei "mola" (Plural "molakana") handelt es sich
um eine Textilkunst, die von den indigenen Kuna Panamas vor etwa 100
Jahren entwickelt |
|
|
 |
und zu höchster Vollendung gebracht wurde. Das Wort "mola"
besitzt in der Kuna-Sprache mehrere Bedeutungen. Zum einen bezeichnet
es die Kleidung im allgemeinen, zum anderen speziell Kleidungsstücke
der Kuna-Frauen und zwar sowohl die vollständige Frauenbluse
als auch die einzelnen Vorder- und Rückenteile dieser Blusen.
Außerdem wird der Begriff "mola" auch zur Bezeichnung
der Art und Weise, wie die Blusenvorder- und rückenteile hergestellt
werden, verwendet. Die Wurzeln der molakana sind in der Körperbemalung
zu suchen. Als die Kuna noch an den Urwaldflüssen des Festlandes
|
|
| siedelten,
trugen sie keine Kleidung. Eine Körperbemalung mit Pfanzenfarben
erüllte ihr Schmuckbedürfnis, darüber hinaus hatte
sie eine Abwehr- und Schutzfunktion. Erst die vor 100 Jahren einsetzende
Wanderbewegung der Kuna auf die vorgelagerten Inseln "San Blas",
das dort herrschende Klima - vor allem der ständig wehende Wind
- erforderte eine Schutzkleidung. So übertrugen die Kuna-Frauen
ihre Körperbemalung auf ihre erste Kleidung. Erst der Umgang
mit Nadel und Faden ermöglichte das Entstehen der Applikation.
Man kann annehmen, dass ihnen die Kenntnis des |
|
|
 |
Nähens
über eine schottische Missionsstation vermittelt wurde. Etwa
die Hälfte der Tageszeit verbringen die Frauen mit der Anfertigung
der molas. Es handelt sich dabei um eine Art "Negativ-Applikation",
bei der das Motiv in den Stoff, der in mehreren Schichten übereinander
liegt, hineingeschnitten wird, wodurch nach dem Nähen eine reliefartige
Wirkung entsteht. Da die Kuna ursprünglich keine Schrift besaßen,
sondern nur eine Bilderschrift zur Aufzeichnung ihrer Gesänge,
dienen uns die Molakana heute als wichtige |
|
| Informationsquelle,
um über das Leben, die Umwelt, die Kultur und den Glauben der
Kuna etwas zu erfahren. All das, von dem eine Kuna-Frau umgeben ist,
wovon sie hört, was sie erlebt, was sie interessiert, kann die
Inspiration für eine neue mola sein. Trotz der häufigen
Verwendung und des Austausches beliebter, interessanter und auch neu
gefundener Motive ist doch jede mola eine persönliche Schöpfung
der Herstellerin und oft eine lebendige, künstlerische Form der
Selbstdarstellung der Kuna-Frauen. |
 |
|
|